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Europäischer Freiwilligendienst
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icja(at)icja.deTel 030-2123 8252
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Lea in Belgien
Ich mache meinen EVS im wunderschönen Belgien. Warum? Es gibt sehr viele Gründe:
Einer ist, dass ich mir vorstellen könnte in den Niederlanden zu studieren. Ein anderer ist, dass es hier sehr viele politische Projekte gab, die mir von ICJA angeboten wurden. Ich fühle mich nach den ersten zwei Monaten hier bestätigt, das Projekt ist wichtiger als das Land!
Mein Projekt:
Ich arbeite für das Projekt: ’Uilekot. Es ist sehr schwer zu beschreiben. Es ist in erster Linie politisch, aber auch kulturell. Die Veranstaltungen die wir organisieren, sind in der Mehrheit kultureller Art. Wir organisieren viele Konzerte, Workshops zu Themen wie Kunst, Philosophie etc.
Jedoch steht hinter der gesamten Organisation ein politischer Gedanke. Mein Projekt ist nämlich direkt mit der linken Partei hier in der Region verbunden. Mein „Boss“ ist auch der Kopf der Partei. Mein Projekt ist alles in allem so eine Art kulturelles Zentrum, das sich den Kampf gegen Rechts auf die Fahnen geschrieben hat.
Die Freiwilligen organisieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen. Es gibt z.B. AG’s zu den Themen Aufklärung über Umweltprobleme, Kindernachmittag einmal im Monat (das mache ich mit noch einer zusammen), Geld des Vereins, der Fairtrade-Shop, die Gruppe von Barkeapern (bin ich auch drin) etc.
Kultur:
Ich hatte erwartet, dass Belgien genauso wie Deutschland wäre. Das ist natürlich in vielerlei Hinsicht auch so, das Essen ist nicht so anders (manchmal essen die hier nur süß zum Frühstück, das liegt mir nicht, aber ansonsten ist es ziemlich das selbe.).
Aber ich muss gestehen, dass ich inzwischen viele Aspekte an der Kultur gefunden habe, die ich sehr interessant finde.
Erst mal die Mentalität: nach meinen Erfahrungen sind die Belgier enorm humorvolle Menschen. Die lachen hier so viel und machen ständig Witze. Kein Wunder, dass die Sprache so lustig klingt. Manchmal werde ich auch ganz gut gefoppt, denn neuerdings bin ich nur noch „the german spy“!
Dreisprachigkeit:
Belgien hat einen französischsprachigen, einen flämischen (niederländischen) und einen deutschsprachigen Teil. Das Land ist nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell gespalten. Ich finde es enorm interessant wie die verschiedenen Teile übereinander denken und reden und wie kompliziert die belgische Bürokratie aufgrund dieser Teilung ist. Es gibt ein flämisches, ein wallonisches und ein belgisches Parlament. Es muss natürlich alles mögliche übersetzt werden zwischen den dreien. Außerdem wird alles auch noch in deutsch, für die deutsche Gemeinde übersetzt.
Geschichte:
Erstens ist es für mich als Deutsche enorm interessant mit den Leuten hier über den ersten und zweiten Weltkrieg zu reden. Aber ich finde auch den Versuch interessant, die Welt mal durch belgische Augen zu betrachten. Da Belgien im Gegensatz zu Deutschland, historisch betrachtet, ein kleines eher unbedeutendes Land ist, auf dem eher rumgetrampelt wurde und über das immer gefochten wurde. Stück für Stück versuche ich zu verstehen, wie die Belgier ihre eigene Rolle in der Welt sehen.
Orte und Städte:
Ich wohne in dem sehr kleinen Ort Herzele. Es ist wirklich ein Kaff, für mich, die aus Hamburg kommt. Aber dadurch kenne ich alle meine Nachbarn und alles liegt sehr nah beieinander. Aber das Land ist insgesamt so klein, dass es kein Problem ist, mal eben für einen Tag oder ein Wochenende nach Brüssel, Gent, Antwerpen oder sogar nach Amsterdam oder Paris zu fahren. Belgien ist echt das Herz Europas.
Sprache:
Flämisch (Niederländisch) ist nicht so schwer für Deutsche und ich kann es schon einigermaßen gut. Ich spreche auch noch viel Englisch.
Freunde:
Da die Leute hier einfach so offen sind, ist es nicht schwer Leute kennen zu lernen. Aber ich glaube, dass dazu auch eine enorme Portion Glück gehört. Ist in Deutschland ja nicht anders. Da heißt es dann ein wenig Geduld haben, aber es kann auch so sein wie bei mir. Ich habe gleich nach einem Monat ein paar junge Leute, die aktiv in meinem Projekt sind, kennengelernt. Mit denen unternehme ich jetzt alles, werde zu allen Parties eingeladen etc. Gestern waren wir ganz toll shoppen, dafür kann ich Gent sehr empfehlen, absolute Modestadt. Dass ich da so Glück habe heißt aber auch nicht, dass ich nie Heimweh habe. Das habe ich ganz schön viel, aber meistens, wenn ich nicht so beschäftigt bin. Und Belgien ist ja nicht so ganz weit weg von Deutschland. Für den einen ein Nachteil, für den anderen ein Vorteil. Ich kann allen, die sich für Belgien interessieren, dieses Land ans Herz legen. Hier ist es zumindest nie langweilig und Bier gibt es auch genug. Wie man feiert, wissen die Belgier nämlich ganz gut!
Alles Liebe,
Lea

