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Europäischer Freiwilligendienst

 

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Janine in Georgien


Am 8. September bin ich in Georgien/Tbilisi angekommen. Dabei handelte es sich um eine ganz neue Erfahrung für mich, da ich bisher noch nie länger als 3 Wochen von Zuhause weg war und nun für 9 Monate in einem mir völlig unbekannten Land verbringen sollte, in dem ich nicht mal die Sprache verstand.
Ich war also sehr aufgeregt als ich aus dem Flugzeug stieg und zudem besorgt, dass mich niemand abholen würde, wobei ich allerdings schnell beruhigt wurde, da am Flughafen bereits seit 2 Stunden (mein Flugzeug kam über 1 Stunde zu spät) Francois, der französische Freiwillige, welcher bereits seit 6 Monaten in Georgien war, auf mich wartete.
Wir fuhren zusammen zu meiner Wohnung, einer Ein-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad, nicht gerade dem europäischen Standard entsprechend. Das erste, worüber ich dort aufgeklärt wurde war, dass aufgrund der alten Infrastruktur zu bestimmten Zeiten kein Wasser vorhanden sei. In dieser Wohnung war dies von 24 bis 6 Uhr und von 14 bis 18 Uhr der Fall.

Am nächsten Tag zeigte mir Francois die Stadt, in der ich nun 9 Monate leben sollte. Dabei stellte ich fest, dass alles in georgischem Alphabet geschrieben war, was meine Orientierung enorm erschwerte.
Der alte Stadtkern war besonderes schön anzuschauen, er verfügte über einige Restaurants und Bars, welche ihm eine nette Atmosphäre gaben. Auf dem Hügel (Tbilisi liegt in einer Art Tal und ist von kleineren Hügeln umgeben) befindet sich ein altes Schloss, das besonderes bei Nacht eine faszinierende Ansicht bietet, da es, wie andere wichtige Gebäude und Denkmäler auch, mit Lampen bestrahlt wird.

Die Menschen sind hier zum Teil viel freundlicher als in Deutschland. Männer beispielsweise benehmen sich wie Gentleman und überlassen Frauen in der Metro sowie in jedem anderen Transportmittel ihre Sitzplätze. Obwohl ich hier erst 2 Monate bin, fühle ich mich wirklich sehr geborgen. Ich habe sehr viele Freunde gefunden, auf die ich mich immer verlassen kann.

Seit bereits 2 Monaten arbeite ich bei der Organisation FDHR (Foundation for Development of Human Resources). In der Woche bin ich im Büro beschäftigt und erledige Büroarbeiten, wie zum Beispiel kopieren oder Berichte schreiben.
Da die Organisation ihren Schwerpunkt auf die Arbeit mit IDP-Kindern (Internally Displaced Persons: Flüchtlingen, die aus Gebieten wie Abkhasia vertrieben wurden) gelegt hat, habe ich jeden Samstag zusammen mit Maka, einem Mitglied der Organisation, eine Gruppe von IDP-Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren zu betreuen. Dabei arbeiten wir in einer alten heruntergekommenen Fabrik, da es dort keine anderen Räume gibt.


Unser Spiel- und Arbeitsplatz

Das Programm, welches immer ähnliche Strukturen aufweist, ist ungefähr wie folgt aufgebaut:
1.) Begrüßung der Gruppe
2.) Energizer (meist in Form eines Spiels)
3.) Therapie in spielerischer Form, bei der die Kinder gefordert sind, ihre Phantasie zu nutzen
4.) Spiel zum Ausklang unseres allwöchentlichen Meetings
5.) Besprechung bei der die Kinder zum Ausdruck bringen, was ihnen besonders gefallen hat
Die Arbeit mit der Gruppe macht mir wahnsinnigen Spaß und besonders, weil ich dabei auch die Möglichkeit hatte, ein eigenes Programm zusammen stellen zu können.

Zusätzlich werde ich auf Anfrage der Kinder einen Deutschunterricht in 2 Wochen starten. Derzeit suche ich Material, wie ich den Unterricht aufbauen könnte, so dass er für die Kinder nicht zu langweilig und dennoch lehrreich wird. Natürlich benötige ich für den Unterricht eine Übersetzerin, welche ich in Nunuka, meiner Mentorin, die über sehr gute Deutschkenntnisse verfügt, gefunden habe.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir mein Aufenthalt in Georgien sehr gefällt und ich anderen Freiwilligen nur raten kann, sich auf ein nicht typisch europäisches Land einzulassen. Hier trifft man jeden Tag auf neue unbekannte Dinge und sehr viele freundliche Menschen.