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Lea Maria in Indien
Lea Maria – Indien – weltwärts – 2011/2012
Modern English Medium School, Ramasamudram, Andhra Pradesh
Abschlussbericht
Ein Jahr in Indien. Mein weltwärts-Jahr im kleinen Ort Ramasamudram, mitten im Süden Indiens, geht dem Ende entgegen. In meinem Projekt fühle ich mich sehr wohl, habe die Kinder sehr ins Herz geschlossen und freue mich jeden Tag dort zu sein. Mit meiner Projektleiterin und Gastmutter verstehe ich mich sehr gut, meine Wohnsituation ist super, ich fühle mich hier echt zu Hause!
Es war genau der richtige Zeitpunkt für mich, um einen Blick über den Tellerrand zu werfen und mich kopfüber in eine fremde Kultur zu stürzen. Es war Zeit, meine vorherige Lebensstufe zu verlassen und einen Schritt nach oben zu machen, auf der Treppe des Lebens. Jetzt habe ich das Gefühl nicht nur einen Schritt gemacht zu haben, sondern viele, sehr viele!
Jeder neue Anfang, alles Unbekannte und Neue, das ich in diesem Jahr erleben durfte, war besonders und anders als alles, was ich kannte. Der Wunsch, immer mehr von diesem wunderbaren Land zu entdecken, zu fühlen und zu erleben, ist nie verschwunden, nein, er ist sogar immer weiter gewachsen und wird auch nach diesem Jahr noch da sein.
Mein Projekt habe ich in der Zeit sehr zu schätzen gelernt. Die Freiwilligen haben hier so viel Freiheit, wie sie ihre Arbeit gestalten wollen, das ist schon besonders. Natürlich gibt es dabei auch Grenzen, viele Dinge, die ich gerne umgesetzt hätte, waren und sind auf Grund der Räumlichkeiten der Schule und der fehlenden Englisch-Kenntnisse der Kinder und vor allem auch Lehrer nicht möglich. Trotzdem gibt es eine Menge Möglichkeiten, den Schulalltag für die Kinder abwechslungsreicher zu gestalten, denn das indische Schulsystem hat meiner Meinung nach sehr große Schwächen.
Im zweiten Halbjahr ging mir die Arbeit um einiges besser von der Hand, ich habe die Kinder mittlerweile sehr gut kennengelernt, kann auf ihre Stärken und Schwächen viel besser eingehen und habe einen Weg der Kommunikation gefunden. Wir haben mehr Ideen bekommen, welche Sachen man gut umsetzten kann und einige Projekte gestartet. In einem weiteren Projekt hierzu haben wir das Alphabet in bunten Farben und in korrekter Schreibweise an die Wand gemalt, so dass auch die Lehrer sich daran orientieren können und die Kinder immer die richtige Form vor Augen haben.
Besonders genossen habe ich es, dass Kinder mir gegenüber auch aufgeschlossener wurden, und mich auch nach der Schule noch zu Hause in unserem Volunteerhouse besucht haben. So hatte ich die Möglichkeit, einige von ihnen noch besser kennenzulernen. Dieser Kontakt hat mir auch sehr geholfen, mehr über das indische Familienleben zu erfahren, denn ich wurde öfter eingeladen und konnte so an Festen und Bräuchen teilnehmen.
Mit meiner Wohnsituation bin ich auch sehr zufrieden, wir haben ein ganzes Haus für uns alleine, mit zwei Etagen und jeder Menge Platz. Täglich gehen wir zu Usha zum Essen, ihr Haus geht direkt in die Schule über. Sie bekocht uns ausgesprochen lecker und in der letzten Zeit hatten wir sogar Gelegenheit, etwas von ihren Kochkünsten bei Kochstunden zu lernen.
Das Schuljahr endete in der Zeit, in der ich dachte, mich am allerbesten eingelebt zu haben und auf keinen Fall jetzt gehen wollte. Denn die langen Sommerferien standen an und für uns sollte es auf große Reise gehen, den Norden Indiens erkunden und noch mehr von diesem Land sehen. Vielleicht kam dies aber auch zum richtigen Zeitpunkt, denn die Reise war einfach wunderbar und brachte viele neue Impulse.
Nach einem Jahr in einer vorher völlig fremden Kultur kann ich nur sagen, dass es einfach großartig war, dass ich diese Zeit hier verbringen konnte! Alle Erwartungen, die ich im Vorhinein an diese Zeit hatte, haben sich mehr als erfüllt, ich habe das Gefühl, nun innerlich gewachsen und um unendlich viele Erfahrungen reicher nach Deutschland zurückzukehren.
Gespannt bin ich auch darauf, wie das Jahr in mir nachklingen wird, welche Erlebnisse besonders wertvoll sein werden und wann ich das nächste Mal hierher zurückkehren werde. Denn das möchte ich definitiv möglichst bald, denn ich werde mein Leben hier wahnsinnig vermissen!
Matthias in der "Lovedale-Foundation", Indien
„Wie bitte? Du bist schon seit sechs Monaten hier? Und du bleibst noch weitere sechs Monate? Das ist ja eine ziemlich lange Zeit.“ - Das meinte kürzlich ein Inder zu mir, als er unser Projekt besuchte. Natürlich hat er Recht. Ein Jahr ist eine lange Zeit, insbesondere wenn man gerade erst einmal 19 Jahre alt ist. Aber zwischen lange und langweilig und besteht ein himmelweiter Unterschied, den ich hier mehr als einmal erleben durfte. Nun ist Halbzeit in meinem Jahr in Indien und es ist an der Zeit, einen Blick auf die vergangenen sechs Monate auf meine gegenwärtige Situation und nicht zuletzt auf die noch kommenden sechs Monate zu werfen.
Die größte Veränderung im Vergleich zu den Vormonaten stellt definitiv der Umzug der Lovedale-Foundation in ein neues Gebäude dar. Konkret heißt das, dass die 19 Heimkinder seit Anfang Dezember in einem mindestens dreimal so großen Gebäude inklusive Computerraum (allerdings noch ohne Computer), Musikzimmer, Bibliothek, anständigen Bädern, usw. wohnen. Die Freiwilligen sind nicht in das neue Gebäude umgezogen, was sowohl Vor- und Nachteile hat. Zum einen haben wir im Vergleich zu früher nun mehr Ruhe, da die Kinder nicht mehr ständig zu unserem Haus kommen, andererseits sind wir einfach weiter weg vom ganzen Geschehen. Den Kindern gefällt es aber auf jeden Fall in ihrem neuen Zuhause und darauf kommt es schließlich an.
Wenig Tage nach dem Umzug kam auch eine neue Heimleiterin in das neue Gebäude. Es wäre unfair zu sagen, dass es für sie einfach war, schließlich kam sie in eine Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt, dennoch wäre es ebenso eine Lüge zu sagen, dass die Kommunikation zwischen ihr und den Freiwilligen immer wunderbar und ungestört ist. Es kommt hin und wieder zu Missverständnissen und Spannungen, aber wir alle hoffen, dass all dies in der nächsten Zeit, wenn sich alle aneinander gewöhnt haben, vorbei sein wird.
Im meinem zweiten Arbeitsfeld, dem Unterrichten an der St. George High School, lässt sich mein Ziel für dieses Schuljahr (das im April enden wird) schon präziser formulieren: Keines der 42 Kinder in meiner Klasse soll durchfallen, sprich mehr als 20 Punkte in den Final Exams erzielen. Seit ca. zwei Wochen läuft in der Schule alles auf diese Abschlussprüfungen hinaus, es wird nur noch Lernstoff wiederholt und nichts Neues unterrichtet.
Eine weitere wertvolle Erfahrung für mich waren die „Parents-Teacher-Meetings“. Die Eltern, zumindest einige, leider nicht alle, kommen an diesen Tagen in die Schule, holen die Zeugnisse ab und besprechen mit den Lehrern die Leistungen und Probleme ihrer Kinder. Zum Einen kam ich mir etwas seltsam vor, weil ich als neunzehnjähriger Freiwilliger, der noch nicht einmal die lokale Sprache spricht, auf einmal Eltern erklären soll, warum ihr Kind keine guten Noten schreibt. Ziemlich viel Verantwortung für einen nicht professionellen Lehrer. Glücklicherweise hatte ich eine andere, erfahrene Lehrerin gebeten (bzw. hatte sie mir, kaum hatte ich das Thema auch nur erwähnt, schon angeboten, mir zu helfen), mich zu unterstützen und sie hat mir wirklich den Großteil der Arbeit abgenommen, insbesondere da sie Kannada spricht und ich nicht. Dieses spezielle Erlebnis lässt im Übrigen auch gut verallgemeinern: Ich kann mich an keine schwere Situation erinnern, in der ich wirklich alleine war. Immer war jemand da, ob Inder oder ein anderer Freiwilliger, um mir zu helfen.
Egal an welchem Ort man ist, das persönliche Wohlbefinden hängt natürlich immer sehr davon ab, welche Menschen man trifft. Gerade unser Projekt ist in dieser Hinsicht sehr gut: Neben Martin und mir sind im Durchschnitt immer ca. vier weitere Freiwillige da und zwischen einigen und mir hat sich ein sehr freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Auch das hat natürlich wieder eine Kehrseite, das diese Freiwilligen immer nur für ein, zwei Monate bleiben und dann wieder gehen, so dass man sehr oft für eine unbestimmte und möglicherweise lange Zeit Lebewohl sagen muss. Aber ich habe mir fest vorgenommen, in den nächsten Jahren alle einmal zu besuchen. Und die Erinnerung an die gemeinsame Zeit wird immer eine sehr gute sein.
In den ersten Monaten, als ich hier ankam, habe ich vollkommen unbewusst, immer Indien mit Deutschland verglichen. Inzwischen habe ich realisiert, dass man Birnen und Äpfel einfach nicht vergleichen kann. Natürlich sind beides Früchte und natürlich sind Deutschland und Indien beides Länder, in denen Menschen wohnen, aber da hört die Gemeinsamkeit schon auf. Größe, Geschichte, Geographie, Kultur etc. alles ist so unterschiedlich, dass man keinen vernünftigen Vergleich anstellen kann und auch nicht sollte. Aber, und das ist vielleicht die positivste Erkenntnis meines Freiwilligendienstes, trotz all dieser Unterschiede ist es für mich möglich, hier in Indien zu leben und zu arbeiten, trotz all dieser Unterschiede heißen die Menschen mich hier willkommen. Das macht dieses Jahr so besonders.
Für die zweite Hälfte steht, neben einer großen Anzahl von Unbekannten, als nächstes die Beendigung des laufenden Schuljahres an, inklusive den Abschlussprüfungen. Anschließend zwei Monate Schulferien, in denen ich ca. zwei Wochen mit einem Freund aus Deutschland den Norden Indiens erkunden werde. Wenn die Schule im Juni wieder beginnt, sind es nur noch zwei Monate bis ich in ein Flugzeug Richtung Deutschland steigen werde, dann mit der Gewissheit, ein ganzes Jahr in Indien als Freiwilliger verbracht zu haben.
Ruth in Indien
Ein halbes Jahr bin ich nun schon hier im schönen südindischen Mysore. Bei meinem Freiwilligendienst hier habe ich sehr viel Neues erlebt und gesehen. Ich habe mich viel mehr an die Kultur und die Gewohnheiten meiner Familie angepasst. Es fühlt sich so an, als lebe ich richtig in Indien.
Pratham - NGO
Jeden Morgen düse ich mit meinem „Scooty“ nach Rajunnagar in die Vorschule und freue mich von den Kindern voller Freude mit einem lauten „Good morning, Miss!“ empfangen zu werden. Es läuft eigentlich immer alles wie am Schnürchen, denn seitdem ich einen festen Stundenplan gemacht habe, gibt es einen guten Rhythmus zwischen den Kindern und mir. Der „Hit“ des Tages ist es dann immer, wenn sie zur Pause „January, February, March,...“ singend von dem kleinen Raum, in dem ich unterrichte, in den großen tanzen!

„Balwadi“ - Vorschul-Projekt in den Slums
Ein kleines Wunder war für mich, als ich ihnen Karten mit „Vegetables“, „Vehicles“, „Fruits“, „Animals“ und „Insects“ gebastelt habe, und sie es erstaunlicherweise sehr gut geschafft haben, in Dreiergruppen friedlich zusammen zu arbeiten. Anfangs fiel es ihnen schwer, sich selbst in Ruhe mit einem Material zu beschäftigen. Oft versuche ich es mit Alternativen, ihre Aufmerksamkeit mit einem neuen Spiel, Song oder Material für mich zu gewinnen. Es macht mir sehr viel Spaß macht und ich denke, die Kinder genießen es ebenso. In der Gegend bin ich schon lange bekannt und genieße es, mich morgens und mittags von winkenden Kindern und lächelnden Menschen grüßen zu lassen. So fühle ich mich jeden Tag auf’s Neue sehr willkommen. Ebenso ist es auch bei der Familie, in der die Schule stattfindet. Seitdem ich da bin, habe ich mit allen Familienmitgliedern zu tun und wir verstehen uns sehr gut. Dazu gehören die Lehrerin, Mrs. Shaheen, ihr Mann, ihre Tochter Nikhat und ihre drei Söhne, von denen einer behindert ist und mir des öfteren Kusshändchen zuwirft.Letztes Wochenende war eine Feier bei ihnen zu Hause und ich wurde eingeladen. Das Highlight für mich war es, das erste Mal einen „Sari“ getragen zu haben, es fühlt sich so gut an, fast ein bisschen königlich.
Library-Project
Nachmittags arbeite ich im Pratham-Büro mit „Government-School“ Kindern. Vor einiger Zeit hat Pratham kleine Büchereien für Kinder eröffnet, um ihnen den Zugang zu kostenlosen Büchern zu ermöglichen. Es ist eine großartige Sache und die Kinder lernen Lesen lieben, auch in ihrer Freizeit. In die Bibliothek im Büro kommen ca. 15-20 Kinder. Mit diesen mache ich jeden Nachmittag eine Lern-, Spaß-, Spiel- und Tanzstunde. Sie sind im Alter von 7-13 Jahren, kommen aus eher ärmlichen Verhältnissen und erhalten eine weniger gute Schulbildung. So verständigen wir uns auf English und Kannada, die Lokalsprache in Karnataka, dem Bundesstaat hier.
Am Anfang klappte es ziemlich gut, die Kinder waren unglaublich euphorisch, haben mich mit offenen Armen empfangen und in ihr Herz geschlossen - wie ich auch sie. Wir verbringen entspannte, aber auch manchmal sehr stressige Stunden miteinander.
„True Education” und „Knowledge Bridge”
Pratham hat auch noch andere „on-going programs“, darunter diese beiden, an denen auch ich, als Freiwillige, teilnehme. In „True Education“ geht es die Vermittlung von tief in die Wurzeln gehender Bildung, aber das Projekt ist zur Zeit noch nicht sehr erfolgreich. „Knowledge Bridge“ hingegen läuft großartig! Wie der Name schon sagt, soll eine Wissensbrücke geschaffen werden, über die Menschen die Bildung haben sie an Menschen mit weniger Bildung weiter geben können. Pratham schafft dafür die Plattform. Praktisch sieht das dann folgendermaßen aus:
Jeden Samstag Nachmittag fahren ein paar Freiwillige von Pratham inklusive „staff“ in die Vororte von Mysore, die meist Slums sind. Dort hat Pratham mehrere kleine Büchereien und in diesen versammeln sich dann Kinder im Alter von 10-15 Jahren. Wir gestalten meistens eine Präsentation über ein interessantes Thema, wie „Solar Systems“, „Drinking Water“, oder „Wildlife“, oder auch soziale Einheiten über „Caring & Sharing“. Die Kinder werden von uns nach ihren Interessen gefragt und dann wird über die nächste Sitzung entschieden.
Es soll nicht nur Wissen vermittelt werden, sondern auch Bewusstsein für sich selbst und seine Umwelt geschaffen werden. Zum Beispiel: sparsam mit Trinkwasser umgehen, die Umwelt rein halten, sich vor der Sonne schützen und Abgase einzusparen. Es ist großartig zu sehen, wie die Kinder sich jedes Mal über uns freuen und interessiert bei der Sache sind. Mir macht es Spaß, mit den anderen Freiwilligen im Team zu arbeiten und Teil eines großartigen Projekts zu sein. Ich plane gerade eine „Session“ über „Weather“ und nächste Woche veröffentlichen wir einen Artikel in der Lokalzeitung. Ich freue mich auf weitere Stunden und bin gespannt, wie „Knowledge Bridge“ sich weiterhin ausbreitet.
Montessori
Ich hatte mir schon länger überlegt, einmal eine Montessori Vorschule zu besuchen, um einen Einblick in die Montessori Pädagogik zu bekommen, besonders auch als eigene Inspiration für meine Arbeit mit den Kindern. In Indien gibt es viele Montessori Schulen, da Maria Montessori längere Zeit hier gelebt und gearbeitet hat. Ich habe mich umgeschaut und eine schöne Schule in meiner Nähe gefunden. Die Direktorin hat mir von der Möglichkeit erzählt, ein Internationales Montessori Lehrer Diplom zu machen. Davon war ich hellauf begeistert und habe mich mittlerweile dafür entschieden. Es macht mir unheimlich viel Spaß und ich bin immer wieder begeistert von der Montessori Methode, Pädagogik und Praxis. Im Juli werde ich mein „Final Exam“ schreiben. Dann werde ich hoffentlich ein internationales Montessori-Diploma erhalten, mit dem ich fast überall auf der Welt eine eigene Montessori Vorschule eröffnen kann.
Leben in Mysore
Mysore ist wunderbar, ich genieße mein Leben hier in vollen Zügen. Ich habe meine Arbeit, die ich liebe, fühle mich unheimlich frei in dieser tollen, so ausgeglichenen indischen Stadt, bin so lässig mobil mit meinem „Scooty“ und habe schon sehr gute Freunde gefunden. Ganz ehrlich, ich hätte nichts, über das ich mich ernsthaft beklagen könnte. Der Ausgleich zwischen Arbeit, Vergnügen, Kultur, Abenteuer (...) stimmt auf ganzer Linie. Ich merke auch, wie Indien mich einfach glücklich macht und mir andere Werte beibringt, die mir gefallen. Materielle Dinge erscheinen einem unwichtig; das Wesentliche tritt viel mehr in den Vordergrund.
Familie
Mittlerweile ist es so, dass jeder in der Familie seinen Alltag hat und wir nicht immer sehr viel Zeit miteinander verbringen können. Doch dann gibt es Tage, an denen Hanna (auch deutsche Freiwillige), mit der ich oben auf dem Dach wohne, Appa, Amma, unsere Gasteltern, und ich im Esszimmer gemeinsam am Tisch sitzen und uns so schön unterhalten. Über Indien, unser Studium, wann wir wieder kommen und ob Amma und Appa denn nicht einen „suitable husband“ für uns finden sollten (lieber nicht!). In der Familie lerne ich viel über die Kultur und Traditionen und durch die Gespräche habe ich eine gute Beziehung zu meiner Gastfamilie aufgebaut.
Für zwei Tage war ich auf ein traditionelles Festival eingeladen, wo ich Männer über Feuer laufen, indisches Theater, „Classical Dance“ und verrückte Schwertkämpfe gesehen habe. Der Höhepunkt war das Treffen mit dem Swamiji, ein religiöses Oberhaupt, dem auch unsere Gastfamilie angehört. Dieser Ausflug war ein einmaliges Erlebnis den er hat mir ganz andere Einblicke in das indische Leben ermöglicht.
Anfang dieser Woche war Holi-Festival, das Farbenfest. Eigentlich wird es nur in Nordindien gefeiert, aber Paul (ein anderer Freiwilliger) und ich haben uns in Mysore auf die Suche gemacht und eine Rajasthani-Community gefunden, die uns dann völlig in Farbe getaucht hat. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht! Noch lange könnte ich von meinem Leben im „Incredible India“ erzählen. Das Wichtigste ist, dass es mir sehr gut geht und ich mich auf ein weiteres halbes Jahr freue.

