Programme

Europäischer Freiwilligendienst

 

Kontakt

icja(at)icja.deTel 030-2123 8252

 

Soziale Netzwerke

 

 

Kristin leistete einen europäischen Freiwilligendienst in Tschechien

 

Das Modrý dům – The Blue Stone House




Hier bin ich also, 160 km östlich von Prag. Man könnte sagen im tiefsten tschechischen Hinterland, denn Kostelecke Horky ist ein 140-Einwohner-Dorf, mehr Felder und Wiesen als Häuser. Eines dieser Häuser, eben das Modrý dům, wird von uns bewohnt. Nicht richtig blau, bis auf ein paar Steine, wenn man genau hinschaut, aber der Name ist nur eine Idee gewesen.
Wir, das sind im Moment Cecile (ein Mädchen aus Frankreich) und ich. Das Projekt ist eigentlich für vier Freiwillige gedacht. So kommt denn auch Nummer drei, Pedro aus Portugal, im Dezember zu uns. Alles Weitere ist ungewiss.

Das Haus ist eine Art Regionalzentrum mit dem Ziel, Aktivitäten innerhalb der ländlichen Gemeinde zu fördern, das gemeinsame Leben an sich zu entwickeln, zu bereichern, um besonders jungen Leuten zu zeigen, dass auch das Landleben interessant sein kann.
Weiterhin soll eine umweltfreundliche Lebensweise vermittelt werden. Daher ist das Haus mit umweltfreundlichen Materialien renoviert, der Müll wird getrennt, mit Holz geheizt, biologisch angebaut usw. Zu dem Haus gehören also ein großer Garten, Wiesen, eine Scheune, ein kleines Museum, ein Infozentrum und Ställe – natürlich mit Tieren. Wir haben fünf Ziegen, Schafe, ein paar Hühner, Katzen und einen Hund.

Was zu dem Haus noch gesagt werden sollte: Es ist sehr alt, daher nicht im besten Zustand, was nicht heißt, dass man Angst haben muss, dass einem die Decke auf den Kopf fällt. Aber ein Problem könnte sein, dass es im Winter ziemlich kalt wird, da die Isolierung nicht die beste ist. Wir haben ab und zu mal kleine, nagende Gäste in der Küche, was in alten Bauernhäusern nicht zu vermeiden ist. Aber ich kann gut mit all dem leben.


Unsere Arbeit
Unsere Hauptaufgabe besteht darin, das Haus sozusagen am Laufen zu halten, also alltägliche Dinge rund um diese kleine Farm hier zu erledigen:
· Ziegen füttern, melken, auf die Wiese bringen, Ställe ausmisten, Käse aus der Milch herstellen
· die anderen Tiere versorgen
· Holz für den Winter vorbereiten (unseren ersten Motorsägen-Unterricht haben wir noch vor uns)
· Renovierungsarbeiten rund um das Haus, die Ställe usw.
· Gartenarbeit

Hinzu kommen die gerade anfallenden Aufgaben, die meist jahreszeitlich bedingt sind.
Da kann ich also vom Ende des Sommers und vom Herbst berichten:
· Äpfel, Birnen, Pflaumen und Walnüsse auflesen (beschränkt sich natürlich auf den Herbst) und damit machen, was immer einem in den Sinn kommt, denn man hat soviel Obst, dass man alles ausprobieren kann

· Arbeit auf den Wiesen, d.h. das gemähte Gras entweder immer wieder wenden, bis man das fertige Heu auf den Dachboden transportieren kann, oder das Gras auf einen großen Haufen am Rande zusammentragen, damit im nächsten Jahr ein paar seltene Pflanzen die Chance haben zu wachsen (z.B. auf den Naturschutz-Feuchtwiesen)

Und dann gibt es einenn dritten Teil: Veranstaltungen für die und mit den Menschen hier organisieren. Dabei spielen wir im Moment noch keine große Rolle, da unser Tschechisch nicht zu einer vernünftigen Kommunikation reicht, aber nach und nach wird das schon h werden.
Da gibt es also:
· Programme für Schulkinder
(Brotbacken im Lehmofen im Garten, Ziegen melken und Käse herstellen, Basteln mit Blättern, Nüssen und was man auch immer so in der Natur finden kann.
Wir haben z.B. einen neuen Lehmofen im Garten gebaut:


· Veranstaltungen für die Einwohner
(einmal im Monat kommt jemand, der einen Freiwilligendienst im Ausland gemacht hat und berichtet über das Land und zeigt Fotos. Im September wurde Neuseeland, im Oktober Russland vorgestellt und für November steht Indien an.
Einen Nachmittag lang haben wir Drachen gebastelt. Zu Allerheiligen wird hier schon seit mehreren Jahren eine japanische Tradition durchgeführt, d.h. Lichter aus Holz und Transparentpapier gebastelt, die dann später auf dem See im Dorf ausgesetzt werden, um an die Verstorbenen zu erinnern.
Einmal hat uns eine Bewohnerin gezeigt, wie man aus Draht traditionelle Verzierungen um Gläser oder Schalen machen kann. Vor Weihnachten gibt’s dann einen Advents-Workshop, bei dem Dekoration gebastelt wird.