Finanzierung
Was bekommen die Freiwilligen im Gastland?
Warum kostet ein Freiwilligendienst Geld?
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Fußballnachwuchs in Uganda
Das Programm des ICJA steht grundsätzlich allen jungen Menschen offen, die die oben genannten Kriterien erfüllen. Geld sollte möglichst kein Faktor sein, aber natürlich kommt das liebe Geld irgendwann auch ins Spiel. Denn ein solches Programm will finanziert sein. Für Interessierte, die über sehr wenig Geld verfügen, empfehlen wir den Europäischen Freiwilligendienst, der sich ja explizit auch an solche Personen wendet; vorausgesetzt, der Antrag wird von den involvierten Stellen genehmigt (siehe Europäischer Freiwilligendienst). Leider sind die Plätze für dieses subventionierte Programm stark begrenzt. Daneben gibt es aber immer auch Menschen, die über unterschiedlich viel Einkommen verfügen. Um dies zu berücksichtigen, eine soziale Selektion zu vermeiden und möglichst breiten Kreisen die Teilnahme am Programm zu ermöglichen, variiert der Teilnahmebeitrag nach dem Einkommen deiner Eltern bzw. nach deinem Einkommen, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst und den Austausch unabhängig von deinen Eltern finanzierst. Wir unterscheiden drei Stufen:
- Stufe a: Familieneinkommen bis 620,- Euro netto pro Person
- Stufe b: Familieneinkommen zw. 620,- Euro und 820,- Euro netto pro Person
- Stufe c: Familieneinkommen über 820,- Euro netto pro Person
Darüber hinaus divergieren die Kosten je nach Zielland, weil die Lebenshaltungskosten und Programmkosten zum Beispiel in Japan viel höher sind als etwa in Togo oder Mosambik.
Daraus ergeben sich, aufgeschlüsselt nach Zielländern, folgende Beträge:
12 Monatsprogramm
Übersee I: Bolivien, China, Costa Rica, Honduras, Ghana, Kanada, Kenia, Mexiko, Mosambik, Togo, Uganda, Indien, Nepal (10 Monate), Südkorea, Taiwan, Vietnam
Europa I: Italien, Litauen, Moldawien, Ukraine, Russische Föderation
Kosten: zwischen 3950 (Stufe a) und 5750 Euro (Stufe c)
Übersee II: Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Südafrika
Europa II: Finnland, Frankreich, Island, Schweden, Schweiz, UK
Kosten: zwischen 4450 (Stufe a) und 6250 Euro (Stufe c)
Übersee III: Neuseeland, Japan
Kosten: zwischen 5900 (Stufe a) und 7700 Euro (Stufe c)
6 Monatsprogramm
Übersee I: Bolivien, China, Costa Rica, Honduras, Ghana, Kanada, Kenia, Mexiko, Mosambik, Togo, Uganda, Indien, Nepal (5 Monate), Südkorea, Taiwan, Vietnam
Europa I: Italien, Litauen, Moldawien, Ukraine, Russische Föderation
Kosten: zwischen 2800 (Stufe a) und 4600 Euro (Stufe c)
Übersee II und III: Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Neuseeland, Südafrika
Europa II: Finnland, Frankreich, Island, Schweden, Schweiz, UK
Kosten: zwischen 3650 (Stufe a) und 5450 Euro (Stufe c)
Du findest das Programm teuer? Rechne nach und bedenke, dass noch zusätzliche Ausgaben einkalkuliert werden sollten. Falls du jetzt diese Kosten schon einmal überschlagen hast und über den Endbetrag erschrocken bist, solltest du diesen Betrag durch 12 Monate teilen und mit der Summe vergleichen, die du hier in Deutschland monatlich für deinen Lebensunterhalt und Sonstiges ausgibst. Meist sind die Ausgaben für das Auslandsjahr etwa in der gleichen Höhe wie für ein Jahr in Deutschland. Beispiel: Du möchtest für ein Jahr nach Lateinamerika und fällst in die höchste Einkommenskategorie: 5750 Euro. Außerdem hast du für sonstige Kosten 1.000,- Euro (für Impfungen, Visa, Urlaubsgeld, Kauf einer Kamera) kalkuliert. Das macht: 6750 Euro, geteilt durch 12 Monate ergibt dies 562,50 Euro monatlicher Gesamtkosten inkl. Versicherung und anderer Kosten.
ICJA Finanzen - Was geschieht mit dem Geld?
Der ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. ist kein Unternehmen, sondern ein als gemeinnützig anerkannter Verein. Deshalb darf er keinerlei Gewinn erwirtschaften: Alle Einnahmen und Zuschüsse werden für die Aufrechterhaltung des Austauschprogramms verwendet. Trotzdem kostet ein Austauschjahr mit dem ICJA viel Geld. Nachfolgend wollen wir gerne erklären, warum dies so ist und was mit dem Geld geschieht:
FAQ zu den Finanzen des ICJA
Wofür gibt der ICJA Geld aus?
Ein grundlegendes Prinzip in der Zusammenarbeit mit den internationalen Partnerorganisationen ist, dass die Teilnahmegebühren im Heimatland der Teilnehmenden verbleiben. Also wird das Geld, das die deutschen Programmteilnehmenden bezahlen, nicht zuletzt dafür genutzt, hier in Deutschland das Austauschprogramm durchzuführen. Ebenso verbleibt das Geld der internationalen Programmteilnehmenden in deren Heimatländern und kommt somit dort den deutschen Freiwilligen zu gute. Dies stellt eine der Besonderheiten des ICJA dar: Er ermöglicht nicht nur deutschen Freiwilligen ein Austauschjahr, sondern eröffnet eben auch Teilnehmenden aus anderen Ländern – auch aus der sogenannten Dritten Welt – die Chance auf eine ähnliche Erfahrung in Deutschland! Kurz: Nicht nur wir Menschen aus den „reichen“ Ländern sollen interkulturelle Erfahrungen machen können, sondern auch Menschen aus den ökonomisch ärmeren Ländern.
Konkret lassen sich die Finanzen des ICJA in folgende Punkte aufteilen:
- Versicherung und Teilstipendien für deutsche Programmteilnehmende.
- Koordinations- und Verwaltungskosten, pädagogische Betreuung und Begleitung: Gehälter, Miete, Material-, Telefon- und Portokosten (Geschäftsstelle Berlin und Regionalgruppen) Der Koordinationsaufwand bei 34 Partnerländern ist erheblich.
- Programmkosten für die internationalen Austauschteilnehmende: Taschengeld, Fahrtkosten, Unterstützung zum Sprachkurs, Notfond für Härtefälle (z. B. für Winterkleidung)
- Abgabe an das Internationale Büro des ICYE zur Erhaltung der ICYE –Föderation (siehe unten)
- Bildungsprogramme: Jedes Jahr werden ca. 35 Seminare für internationale und deutsche Austauschteilnehmende sowie Fortbildungen für ehrenamtlich Mitarbeitende durchgeführt.
Wie finanziert sich der ICJA?
Die Teilnahmebeiträge der deutschen Programmteilnehmenden machen einen Großteil der Finanzierung des ICJA aus. Diese Einnahmen decken die Ausgaben jedoch nur zu etwa 70 %; die restlichen 30% sind Zuschüsse der EU, des Bundes, von Stiftungen sowie Spendeneinnahmen. Die Förderung durch die EU bezieht sich größtenteils auf den Europäischen Freiwilligendienst, in seltenen Fällen werden auch andere Projekte des ICJA von der EU gefördert. Weitere bildungspolitische Maßnahmen, wie Seminare für die Programmteilnehmenden und ehrenamtliche Mitarbeitende, können zu einem Teil über Bundesmittel aus dem Kinderjugendplan finanziert werden. Auch bei der Durchführung dieser Seminare muss der ICJA jedoch einen Eigenanteil leisten. Einen geringeren Prozentsatz machen die projektgebundene Unterstützung durch Stiftungen sowie Spenden und Mitgliedsbeiträge (meist von ehemaligen Programmteilnehmenden) aus. Abgesehen von diesen Zahlungen sind nahezu alle Zuschüsse zweckgebunden. Würde der ICJA also keine Zuschüsse bekommen und gleichzeitig kostendeckend arbeiten wollen, müsste die Teilnahmegebühr um 30 % angehoben werden.
Was bekommen die Freiwilligen in ihrem Gastland?
Ein grundlegendes Prinzip in der Zusammenarbeit mit den internationalen Partnerorganisationen ist, dass die Teilnahmegebühren im Heimatland der Teilnehmenden verbleiben. Also wird das Geld, das die deutschen Programmteilnehmenden bezahlen, nicht zuletzt dafür genutzt, hier in Deutschland das Austauschprogramm durchzuführen. Ebenso verbleibt das Geld der internationalen Programmteilnehmenden in deren Heimatländern und kommt somit dort den deutschen Freiwilligen zu gute. Dies stellt eine der Besonderheiten des ICJA dar: Er ermöglicht nicht nur deutschen Freiwilligen ein Austauschjahr, sondern eröffnet eben auch Teilnehmenden aus anderen Ländern – auch aus der sogenannten Dritten Welt – die Chance auf eine ähnliche Erfahrung in Deutschland! Kurz: Nicht nur wir Menschen aus den „reichen“ Ländern sollen interkulturelle Erfahrungen machen können, sondern auch Menschen aus den ökonomisch ärmeren Ländern.
Das Internationale Büro
Das Internationale Büro koordiniert die 34 ICYE-Komitees und wickelt zentral alle Versicherungen ab. Es ist am Aufbau neuer Komitees beteiligt und grundsätzlich für die Erhaltung und Verbesserung des Austauschprogramms verantwortlich. Bei den Abgaben zum Unterhalt des Büros wird ähnlich wie bei den Taschengeldzahlungen ein mathematisches Modell zugrunde gelegt, das auch bei den Vereinten Nationen verwendet wird. Unter Berücksichtigung des Bruttosozialprodukts der jeweiligen Länder wird versucht, einen Ausgleich zwischen „armen“ und „reichen“ Ländern zu erreichen. Für den ICJA bedeutet das konkret, dass seine Abgaben an die Föderation ca. 33% über dem Durchschnitt liegen. Andere Länder, die Länder der sogenannten Dritten Welt, zahlen unterdurchschnittliche Abgaben. Fair, oder?
Kostenaufschlüsselung des Teilnahmebeitrags in Prozent
- Personal in Deutschland (Betreuung, Administration etc.) 39,2 %
- Abgaben an die ICYE-Föderation 8,7 %
- Unterstützungskosten (Entsendung ohne Aufnahme) 11,3 %
- Versicherung 5,1 %
- Seminare 11,5 %
- Unterstützung der internationalen Freiwilligen (Taschengeld, Fahrkosten, Sprachkurs) 8,2 %
- Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit 3,5 %
- Büromiete, Telefon, Porto, PCs, Kopierer, etc. 9,5 %
- Mitgliederversammlung, Vorstandssitzungen 3,0 %
Die Buchführung und Jahresabschlüsse des ICJA werden jährlich von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Diakonie-Treuhand GmbH geprüft. (Curacon GmbH, Holstenstr. 5, 24768 Rendsburg)
Bei Unklarheiten oder Fragen: Bitte sprich uns an!
Denn es ist dein Geld. Wir stehen gern für Auskünfte zur Verfügung.
Das ICJA Programm hat seinen Preis, weil
- du vor, während und nach dem Austauschjahr intensiv pädagogisch und organisatorisch vorbereitet und begleitet wirst, sowohl in Deutschland als auch in deinem Gastland.
- für dich im Gastland ein passendes Projekt und eine Wohnmöglichkeit gefunden wird
- du ein Jahr lang Kost, Logis, Taschengeld und Versicherungen bekommst
- die Organisation des Programms national und international qualifiziertes Personal und Büros in den einzelnen Ländern benötigt
- die Organisation des Austauschprogramms mit 35 internationalen Partnerorganisationen in dieser Form nur möglich ist, wenn es eine internationale Föderation (Zusammenschluss) mit einer eigene Geschäftsstelle (Internationales Büro) gibt.
- du einen solidarischen Beitrag dazu leistest, dass ein tatsächlicher Austausch zwischen Europa und den Ländern des Südens stattfinden kann, dadurch dass ein höherer Lebensstandard mit einem höheren Teilnahmebeitrag verknüpft ist. Für dich kommen parallel ein Jahr lang internationale Freiwillige nach Deutschland, die du mit unterstützt.
- Der Teilnahmebeitrag ist also nicht für die geleistete soziale Arbeit, sondern für die oben aufgelisteten Punkte.
Ein Jahr in Mexiko kostet dich mindestens 3950 Euro an Teilnahmebeitrag. Hinzu kommen Flugkosten von ca. 1000 Euro. Wenn du dann noch 1300 Euro extra für deine Reisen und andere Ausgaben im Gastland rechnest, ergeben sich insgesamt 6250 Euro. Daraus ergibt sich ein Betrag von 520 Euro im Monat.
Wir haben zum Vergleich folgende Kostenkalkulation für deine Lebenshaltungskosten in Deutschland pro Monat, wenn du bei deinen Eltern wohnst, aufgestellt:
Verpflegung und Miete: 200 Euro
Taschengeld: 150 Euro
Kleidung: 50 Euro
Fahrtkosten: 50 Euro
Extras (z.B. Urlaub): 100 Euro
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550 Euro
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