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Themenschwerpunkte Globalisierung und Welthandel
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ICJA und seine Geschichte
Gegründet wurde der ICJA bereits 1949. Entstehung und Entwicklung spiegeln die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wider. Hier ein kurzer Abriss seiner inhaltlichen und strukturellen Veränderungen.
1949
Ein Lernprogramm für junge Deutsche aus der BRD
Zwei unterschiedliche inhaltliche Interessen standen am Anfang des Jugendprogramms mit den USA. Nach Beendigung des II. Weltkrieges und Niederschlagung des Nazi-Regimes durch die Alliierten machte es sich das US-State-Department zum Ziel, jungen Deutschen eine neue Weltanschauung zu vermitteln und so zur demokratischen Entwicklung in Deutschland beizutragen. Die Church of the Brethren und ihr Gründervater John Eberly wiederum sahen im Schüleraustausch ein Lernprogramm für Frieden, Versöhnung, Ökumene und internationale Verständigung aus christlicher Perspektive.
50er Jahre
Zwei Schritte voran
Zunächst entstand ein bilaterales Schulprogramm für Schülerinnen und Schüler aus der BRD und den USA. Es entwickelte sich ein tatsächlicher Austausch. Bereits Ende der 50er Jahre wurde aus dem bilateralen Programm ein multilaterales Programm, an dem auch junge Menschen aus anderen europäischen Staaten teilnahmen (Holland, Schweden, Österreich). Nicht mehr nur mit den USA, sondern auch untereinander begann der Austausch von Teilnehmenden.
60er Jahre
Internationalisierung: Nord-Nord-Süd- und Projektaustausch beginnt
Nun nehmen auch Länder des Südens am Austausch teil (1966: 9 europäische, 2 lateinamerikanische, 3 asiatisch/pazifische Länder sowie ein afrikanisches Land). Inhaltlich gewinnt der Entwicklungsgedanke an Stellenwert. Zum Schulprogramm gesellen sich erste Einsatzstellen in Projekten. Vor dem Hintergrund des Vietnam-Kriegs und der Studentenrevolte wird der Führungsanspruch der Gründungsorganisation in den USA und damit einhergehend auch die christliche Orientierung hinterfragt. Man fordert die Demokratisierung der Zusammenarbeit der internationalen Partnerkomitees, die im Anschluss auch umgesetzt wird (one country one vote).
70er Jahre
Weiterer Ausbau der Projekteinsatzstellen und des Bildungsprogramms
Die Reflektion der Teilnehmenden (auch der RückkehrerInnen) über die Nord-Süd-Differenz soll nun aktiv gefördert werden. "Ziel dieses Bewusstwerdungsprozesses soll die kritische Auseinandersetzung mit den sozialen, politischen und ökonomischen Gegensätzen sein und die daraus resultierende Bereitschaft, sich aktiv für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen" (Protokoll der internationalen Mitgliederversammlung von 1972).
80er Jahre
Inhaltliche Weiterentwicklung des Bildungsprogramms
Neben den entwicklungspolitischen Inhalten werden verstärkt umweltpolitische, Gender- und Deutsch-Deutsche Fragestellungen in der inhaltlichen Arbeit aufgegriffen. Ein Programm für benachteiligte Menschen wird geschaffen sowie Überlegungen zum Aufbau eines Ausbildungsprogramms für Programmteilnehmende aus dem Süden angestellt. Der hohe Politisierungsgrad dieser Dekade lässt sich auch an der Entsendung einer "Arbeitsbrigade" nach Nicaragua 1988 ablesen.
90er Jahre
Aus Nord-Nord-Süd- wird vor allem Nord-Süd-Austausch
Ende der 90er Jahre gibt es kein Schulprogramm mehr im ICJA. 1994 bricht das US-amerikanische Komitee zusammen. Der ICJA und die anderen internationalen Partner arbeiten jedoch weiter. Ende der 90er Jahre ist der ICJA eine Organisation für internationale Freiwilligendiensteinsätze geworden. Damit einher geht der Ausbau der Föderation auf bis zu 34 Länder sowie die Fokussierung auf den Austausch mit Ländern des Südens (ca. 70 % der Teilnehmenden gehen in Länder des Südens!).
2000er Jahre
Vielfalt der Förderprogramme
Der ICJA entsendet nun auch für 6 und in einem Programm sogar für 3 Monate. Die Ausreise erfolgt nicht nur im Sommer, sondern auch im Januar. Zusätzlich zum "klassischen" ICJA-Freiwilligendienst werden weltwärts, ADiA, FSJ im Ausland als Zivildienstersatz, Internationale Freiwilligendienste für alle Lebensphasen und Europäischer Freiwilligendienst (EVS) angeboten und fordern neue Auseinandersetzungen mit friedenspolitischen Fragestellungen. Inhaltlich werden zudem entwicklungspolitische Fragestellungen unter dem Blickwinkel des "Globalen Lernens" neu in die Bildungsarbeit aufgenommen.
Heute
Durch das Einstellen der Wehrpflicht in Deutschland im Januar 2011 werden die Förderprogramme FSJ 14c und ADiA für den Freiwilligendienst im Ausland als Wehrdienstersatz abgeschafft. Ein neuer internationaler Jugendfreiwilligendienst wird als Teil des Bundesfreiwilligendienstes eingeführt und bietet nun eine weitere Möglichkeit für junge Frauen und Männer gefördert ein Jahr Freiwilligendienst zu leisten.



