Prävention gegen sexualisierte Gewalt

Der ICJA fühlt sich dem Schutz aller verpflichtet, die sich in seinen Aktivitäten begegnen. Wir bemühen uns dabei um transparentes und verantwortliches Handeln. Die Entwicklung und Stärkung einer Kultur der Achtsamkeit, insbesondere für persönliche Grenzen und den Schutz vor jeglicher Form von Gewalt, soll gelebte Realität sein.

Der Freiwilligendienst oder ein Workcamp sind für viele Teilnehmende eine prägende Zeit. Umso wichtiger ist, dass es für alle Beteiligten eine Erfahrung ist, durch die sie sich bereichert und inspiriert fühlen. Deshalb ergreift der ICJA für alle Bereiche und Krisensituationen präventive und qualitätssichernde Maßnahmen.

Ansprechpartner*innen bei Notfällen und zum Präventionskonzept

  • Während des Freiwilligendienstes der oder die entsprechende Entsendungs- oder Aufnahmereferent*in der Geschäftsstelle des ICJA sowie die Mitarbeitenden des Nationalkomitees des ICYE vor Ort.
  • Während der Seminare die jeweils benannte Ansprechperson aus dem Team.
  • Für externe professionelle Beratungsstellen: siehe die Linkliste am Ende der Seite.
  • Jederzeit per Mail mit Christiane Brückner, der Beauftragen des ICJA Freiwilligenaustausch weltweit: praev.sexualisiertegewalt(at)icja.de

Unser Konzept

Ein besonderes Augenmerk legt der ICJA auf die Prävention von sexualisierter Gewalt

Dabei ist es unser oberstes Ziel, inerhalb des ICJA und in Zusammenarbeit mit seinen internationalen Partnern ein Klima der Angstfreiheit und des Vertrauens zu schaffen. Es ist uns wichtig, dass alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden sowie alle im Netzwerk Beteiligten sensibilisiert sind, grundlegende Regeln zur Prävention zu beachten. Im Notfall können sie eine Person des Vertrauens benennen, die als kompetente Ansprechpartner*in weiterhelfen kann.

Sexualisierte Grenzverletzung kann in vielen Formen auftreten

Vom Starren und Nachpfeifen über das Begrapschen bis hin zu Straftaten. Sie kann verbal und körperlich auftreten. Grenzverletzungen begegnen uns im persönlichen Raum, wie auch digital. Keine Gesellschaftsform, gesellschaftliche Klasse, kein Land, Geschlecht oder Alter ist ausgenommen. Sexualisierte Grenzverletzung wird in den meisten Fällen von Männern, die oder der den Betroffenen bekannt sind, ausgeübt: im privaten Bereich, auf der Arbeit, in der Freizeit oder der Öffentlichkeit. Betroffen sind überwiegend Kinder und Frauen. Aber auch Trans*-, Inter* und Non-binäre-Personen sowie Männer erfahren sexualisierte Grenzüberschreitungen.

Für uns bedeutet Prävention, dass wir auch in heiklen Situationen nicht wegschauen.

Wir versuchen eine angemessene und respektvolle Sprache zu sprechen und das Gesagte ernst nehmen. Über eine Erfahrung sexualisierter Grenzverletzung zu sprechen, fällt den Betroffenen in der Regel sehr schwer. Umso wichtiger ist es, dass sie sicher sein können, in der Organisationen, der sie sich anvertraut haben, auf offene und verständnisvolle Ohren zu stoßen.

Richtungsweisend für unsere Unterstützung ist der individuelle Wunsch der oder des Einzelnen.

Denn, ebenso unterschiedlich wie Grenzüberschreitungen von den direkt oder indirekt Betroffenen wahrgenommen und empfunden werden, so verschieden ist auch ihr Umgang damit. Sowohl im akuten Fall, wie auch langfristig gesehen.

Kindesschutz ist uns ein Anliegen

Der Großteil unserer Freiwilligen im In- und Ausland engagiert sich in Projekten, die mit Kindern arbeiten. Daher ist es uns ein Anliegen, darüber mit unseren Partnern im Gespräch zu sein und generell zu dem Thema zu sensibilisieren, zu informieren. Wir möchten sicherstellen, dass unsere Teilnehmenden wissen, an wen sie sich ggf. wenden können, um Rat und Unterstützung zu erhalten.

Das Präventionskonzept des ICJA gegen sexualisierte Gewalt

  • Alle Hauptamtlichen und Honorarkräfte, die länger als 24 Stunden mit Teilnehmenden verbringen, müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
  • Für Mitarbeitende wurde ein Verhaltenskodex und Handlungsanleitungen entwickelt.
  • Die Teilnehmenden an Freiwilligendiensten müssen eine Selbsterklärung und einen Verhaltenskodex unterschreiben bzw. ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
  • Das Thema wird auf den Seminaren angesprochen, um die Teilnehmenden zu sensibilisieren, zu empowern und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
  • Spezifische Flyer und Info-Materialien werden den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt.
  • Klare Verfahrensregeln helfen, dass gemeldete Vorfälle sicher und vertraulich behandelt werden.
  • Eine erfahrene Fachkraft "Insofa" (angelehnt an §8a SGB VIII) ist zuständig für die Koordination und Weiterentwicklung des Präventionskonzepts. Sie ist Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden und kann fachlich fundierte Unterstützung bieten.
  • Der ICJA bemüht sich um regelmäßige Schulungen für haupt- und ehrenamtlich Arbeitende.
  • Das Thema wird in der Zusammenarbeit innerhalb unseres weltweiten Netzwerks ICYE eingebracht und bearbeitet.

Vernetzung und Austausch in Verbänden

Hilfreiche Links zum Thema

National:

  • Hilfetelefon: rund um die Uhr erreichbares mehrsprachiges bundesweites Hilfetelefon und Chat
  • Lara: mehrsprachige Flyer der Berliner Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt and Frauen* zu Themen rund um sexualisierte Gewalt
  • bff: Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland
  • UBSKM: zentrales Informationsportal für das Themenfeld des sexuellen Kindesmissbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland
  • Tauwetter: Anlaufstelle für Männer, die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erlebt haben

International:

  • HotPeachPages: Informationen in 115 Sprachen und Links zu Organisationen weltweit, die zu dem Thema arbeiten

 

 

ICJA Freiwilligendienst

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