Stellungnahme des ICJA: Diplomatie statt Krieg – wir rufen zum Frieden auf
Kriege und Gewalt dürfen niemals als Mittel zur Lösung von Konflikten akzeptiert werden. Kriege treffen nicht nur Soldaten, sondern vor allem unschuldige Zivilist*innen wie Kinder, Frauen und ältere Menschen. Sie zerstören Ressourcen, Entwicklungschancen und Hoffnungen – besonders von jungen Menschen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dessen Folge ICJA gegründet wurde, schufen Staaten internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen, um Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Diese Institutionen waren nie perfekt, doch sie haben Wege eröffnet, um Spannungen abzubauen und Vertrauen wiederherzustellen. Daher sind sie unverzichtbar. Heute stehen diese Institutionen jedoch unter zunehmendem Druck.
Wir beobachten mit großer Sorge, dass Krieg erneut als legitimes Mittel dargestellt wird – als Werkzeug, um Interessen durchzusetzen und Konflikte gewaltsam auszutragen. Diese Logik weisen wir entschieden zurück. Einige Konflikte dauern an, weil eine Konfliktpartei einen Weg zum Frieden verweigert – wie Russland im Fall seines Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die von den USA und Israel jüngst begonnenen Kriege im Nahen Osten, der Krieg im Gazastreifen sowie der Bürgerkrieg im Sudan zeigen zugleich, wie schnell Menschlichkeit und Völkerrecht untergraben werden.
Unsere Haltung als Friedensorganisation ist eindeutig: Konflikte müssen mit friedlichen Mitteln gelöst werden. Zivilist*innen müssen geschützt werden. Humanitäre Hilfe muss diejenigen erreichen, die sie benötigen. Die Rechte und die Würde aller Menschen müssen gewahrt bleiben. Und: Auch von Gewalt Betroffene müssen aktiv am Wiederaufbau des Friedens beteiligt werden. ICJA schafft Frieden, indem wir junge Menschen über Grenzen hinweg zusammenbringen. Durch gemeinsames Leben, Lernen und Engagement hinterfragen sie Stereotype, entwickeln Empathie und bauen Freundschaften auf, die Angst und Feindseligkeit entgegenwirken. Diese Begegnungen schaffen langfristige, friedensfördernde Beziehungen.
Für uns bedeutet Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden heißt Würde, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit. Er erfordert den Schutz der Menschenrechte, des öffentlichen Raums und eine starke Zivilgesellschaft. Dauerhafter Frieden ist nur möglich, wenn die tieferen Ursachen von Konflikten – etwa Ungleichheit, politische Ausgrenzung oder Umweltzerstörung – angegangen werden. Als Friedensorganisation stärken wir den Dialog und die Begegnung über Grenzen hinweg, und unterstützen durch unsere Freiwilligen marginalisierte Gruppen.
Unsere Botschaft ist klar: Krieg darf niemals als legitime Konfliktlösung akzeptiert werden. Gewalt zerstört. Sicherheit wächst dort, wo Zivilgesellschaft frei, vernetzt und stark ist. Und: Frieden braucht Dialog und Gerechtigkeit.
Wir geben nicht auf. Wir arbeiten weiter daran.
ICJA Freiwilligenaustausch weltweit, im April 2026
